Hinweis: Die folgenden Angaben beschreiben Aroma, übliche Temperaturbereiche und die traditionelle Verwendung dieser Pflanzen in der Kräuterkunde. Sie sind keine Aussagen über medizinische Wirkungen und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine Apotheke.
Was ein Kraut zum Verdampfen taugen lässt
Entscheidend ist der Gehalt an ätherischen Ölen. Pflanzen, die schon beim Zerreiben deutlich duften, geben auch im Vaporizer etwas ab. Pflanzen ohne merklichen Eigengeruch liefern dagegen kaum Aroma, egal wie hoch Sie einstellen.
Die zweite Bedingung ist der richtige Trocknungsgrad. Zu feuchtes Material verdampft ungleichmäßig und lässt Wasser im Luftweg kondensieren. Komplett ausgetrocknetes Material hat sein Aroma dagegen schon an die Luft verloren. Gut ist Material, das sich zwischen den Fingern zerreiben lässt, ohne zu Staub zu zerfallen.
Übersicht gängiger Kräuter
| Kraut | Temperaturbereich | Aroma und traditionelle Verwendung | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kamille | 100 bis 125 Grad | Klassiker der Kräuterkunde, sehr mildes, leicht süßliches Aroma | verträgt keine hohen Temperaturen, wird sonst schnell bitter |
| Lavendel | 100 bis 125 Grad | blumig-herbes Aroma, oft in Mischungen als Basisnote | sparsam dosieren, dominiert Mischungen schnell |
| Pfefferminze | 100 bis 150 Grad | frisch und kühlend, sehr präsent | bereits bei niedriger Temperatur sehr aromatisch |
| Melisse | 100 bis 145 Grad | zitronig-mild, angenehm als Mischungspartner | verliert getrocknet schnell an Aroma, frisch kaufen |
| Ingwer | ca. 130 Grad | scharf-würzig, sehr eigenständig | gut getrocknet und fein gemahlen verwenden |
| Damiana | 150 bis 170 Grad | in Mittelamerika traditionell genutzte Pflanze, herbes Aroma | in Deutschland frei erhältlich, oft als Mischungsbasis |
| Salbei | ca. 150 Grad | kräftig-herb, in der Kräuterkunde weit verbreitet | sehr intensiv, in Mischungen niedrig dosieren |
| Thymian | ca. 190 Grad | würzig-warm, verträgt höhere Temperaturen | einer der wenigen Kräuter im oberen Bereich |
| Eukalyptus | 130 bis 180 Grad | sehr klare, kühle Note | stark im Geschmack, nur kleine Mengen beimischen |
| Hopfen | 150 bis 190 Grad | bitter-herb, verwandt mit dem Bieraroma | Geschmackssache, in kleinen Anteilen interessant |
Mischungen: Mittelwert statt Maximum
Sobald Sie mehrere Kräuter kombinieren, gilt der niedrigste Wert als Obergrenze. Mischen Sie Kamille (bis etwa 125 Grad) mit Thymian (etwa 190 Grad) und stellen auf 190 Grad, verbrennt die Kamille, bevor der Thymian in Fahrt kommt. Bewährt hat sich, eine milde Basis zu wählen und kräftige Kräuter nur in kleinen Anteilen beizumischen.
Wo Sie Material bekommen
Getrocknete Kräuter in guter Qualität gibt es in Apotheken, Reformhäusern, Kräuterläden und im Online-Handel. Achten Sie auf Arzneibuchqualität oder Bio-Zertifizierung: Diese Ware ist auf Pestizidrückstände geprüft, was bei Material zum Inhalieren ein sinnvoller Maßstab ist. Von sehr billiger Ware unklarer Herkunft raten wir ab.
Dosierung
Auch pflanzliche Stoffe können in größeren Mengen unerwünschte Reaktionen auslösen, und Allergien gegen Korbblütler wie Kamille sind nicht selten. Beginnen Sie mit kleinen Mengen und einem einzelnen Kraut, bevor Sie Mischungen ausprobieren. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sprechen Sie die Anwendung vorher ärztlich ab - auch pflanzliche Stoffe können Wechselwirkungen haben.
Ein Wort zu Cannabis
Cannabis wird häufig im Zusammenhang mit Vaporizern genannt. Die Rechtslage in Deutschland hat sich zum 1. April 2024 mit dem Konsumcannabisgesetz geändert; medizinisches Cannabis ist seit 2017 verschreibungsfähig. Was im Einzelfall erlaubt ist, hängt von Menge, Alter und Situation ab und ändert sich weiter. Wir geben hier bewusst keine Konsumempfehlung und keine Rechtsberatung - informieren Sie sich über die jeweils geltende Fassung der Gesetze. Zur medizinischen Anwendung von Inhalation als Darreichungsform siehe Vaporizer in der Medizin.
Zuletzt redaktionell geprüft: Juli 2026